5G und die digitale Fortschrittsfalle. Drohen der Gigabit-Gesellschaft freiheitliche und gesundheitliche Rückschritte? – Vortrag & Diskussion in Feldkirchen-Westerham

Mobilfunk-Sendemast
Bildrechte: Werner Thiede

Der Theologieprofessor und Pfarrer i.R. Werner Thiede kommt am 27. September 2020 nach Feldkirchen-Westerham. Um 16 Uhr in der Emmauskirche Feldkirchen beleuchtet der Dogmatiker und Ethiker die Schattenseiten des scheinbar unaufhaltsamen Fortschreitens der Funkvernetzung aller Lebensbereiche.

Die 5. Mobilfunkgeneration soll alles mit allem "in Echtzeit" verbinden und passt perfekt zur Zugriffsbereitschaft der Internetwirtschaft. In Zeiten überall verkündeter Alternativlosigkeit fordert Werner Thiede uns auf, unsere Verfügungsbereitschaft zu überdenken.

Der Vortrag wird von der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham und dem Evangelischen Bildungswerk Rosenheim organisiert. Der Einlass ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Teilnahme nur mit Anmeldung im ev. Pfarramt Bruckmühl bis Freitag, 25.9. um 11 Uhr. Die Zahl der Plätze ist begrenzt. Ein Mund-Nasen-Schutz ist beim Einlass zu tragen.

Der streitbare Professor und Publizist warnt in Büchern, Broschüren und Vorträgen als engagierter Pfarrer und Wissenschaftler vor einem wenig aufgeklärten Fortschrittsdenken: "Der Begriff der Digitalisierung steht ganz zentral auf der Agenda heutiger Politik und Zukunftsplanung – in Zeiten von Corona mehr denn je. Man tut allenthalben so, als handele man dabei gemäß einem Naturgesetz, und frönt damit doch nur einem naiven Fortschrittsglauben und dem lobbyistisch vermittelten Diktat von Wirtschaft und Industrie. Die begründete Sorge geht um, dass die milliardenschweren Digitalisierungsprogramme unserem Land, unserer Gesellschaft und unserem Planeten unterm Strich keineswegs gut tun werden. Das gilt nicht zuletzt für die neue Mobilfunk-Generation 5G, die der 'Gigabit-Gesellschaft' unverzichtbar erscheint und gleichwohl international schwerwiegende Bedenken gesundheitlicher Art weckt. Rund die Hälfte der Bevölkerung sieht den bereits begonnenen 5G-Ausbau mit Besorgnis. Wo bleibt die in den EU-Verträgen verankerte Vorsorge? Baut sich nicht eine gigantische Fortschrittsfalle auf? Und gehört es mit zu dieser Falle, dass das Wahr- und Ernstnehmen der drohenden Gefahren dank digitaler Verführungskünste, aber auch dank 'digitaler Demenz' bereits weitgehend unter den Tisch fällt?"

Man muss die Thesen des digitalisierungskritischen Autors nicht unbedingt teilen. Vom Standpunkt einer diskursiven Gesellschaftsethik ist die Auseinandersetzung mit seinen Argumenten aber ein wichtiger Beitrag zur Meinungsbildung. Nicht zuletzt stehen auch Lokalpolitiker und Endverbraucher vor der Herausforderung, ein eigenes Fazit zu finden für einen verantwortungsvollen Umgang mit den schier unbegrenzten Möglichkeiten der Digitalisierung.